Die vergangenen Monate haben wir bewusst genutzt, um nicht nur Projekte umzusetzen, sondern uns intensiv mit den aktuellen Entwicklungen im Bildungs- und AV-Markt auseinanderzusetzen.
Im Fokus standen dabei internationale und nationale Fachmessen sowie gezielte Schulungen bei führenden Herstellern. Ziel war es, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, einzuordnen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für unsere Kunden und Partner abzuleiten.
Mit Besuchen unter anderem auf der Integrated Systems Europe in Barcelona, der didacta in Köln sowie der Medialog in Mainz konnten wir uns ein sehr klares Bild davon machen, wohin sich der Markt aktuell bewegt.
Märkte verändern sich – und mit ihnen die Anforderungen
Was auf allen Veranstaltungen deutlich wurde:
Die Anforderungen an moderne Lernumgebungen haben sich grundlegend verändert.
Es geht längst nicht mehr nur um die Frage „Display oder Beamer“, sondern um:
- ganzheitliche Raumkonzepte
- flexible Nutzungsszenarien
- einfache Bedienbarkeit
- Integration in bestehende IT-Strukturen
- nachhaltige und energieeffiziente Lösungen
Technologie ist dabei nicht mehr Selbstzweck – sie wird zum Werkzeug für neue Formen des Lernens.
Neue pädagogische Konzepte: Struktur statt Frontalunterricht
Ein zentrales Thema insbesondere auf der didacta war die Weiterentwicklung von Unterrichtskonzepten.
In diesem Zusammenhang wird zunehmend mit strukturierten Modellen gearbeitet, die Lernprozesse klar gliedern und aktiv gestalten. Eines der Modelle, das in diesem Kontext diskutiert wurde, ist das sogenannte CHURER-Modell.
Dieses beschreibt – vereinfacht dargestellt – eine strukturierte Abfolge von Lernphasen:
- C – Check-in: Einstieg und Aktivierung
- H – Hinführung: Einführung ins Thema
- U – Umsetzung: Aktive Bearbeitung durch die Lernenden
- R – Reflexion: Auswertung und Feedback
- E – Ergebnissicherung: Festigung der Inhalte
- R – Transfer: Anwendung in neuen Kontexten
Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung zeigt sich hier ein klarer Trend:
👉 Unterricht wird strukturierter, interaktiver und stärker auf Eigenaktivität ausgelegt.
Technologie folgt Pädagogik – nicht umgekehrt
Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf die eingesetzte Medientechnik.
Was wir aktuell sehen:
- Klassenzimmer werden modularer (flexible Möblierung, mobile Systeme)
- Displays und Projektoren müssen mehrere Szenarien unterstützen
- Inhalte werden nicht mehr nur präsentiert, sondern gemeinsam erarbeitet
- Geräte müssen intuitiv bedienbar sein – ohne lange Einweisung
Besonders deutlich wird:
👉 Technik muss sich an den Unterricht anpassen – nicht umgekehrt.
Technologische Trends aus der Praxis
Neben den pädagogischen Entwicklungen konnten wir auch klare technologische Trends identifizieren.
Einige der wichtigsten Erkenntnisse:
- 21:9 als neues Standardformat für den Frontalunterricht
- stärkere Integration von MDM- und Benutzerprofilsystemen
- zunehmende Bedeutung von AV-over-IP und Signalmanagement
- steigende Anforderungen an Verkabelung und Infrastruktur
- Fokus auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit
Diese Themen haben wir unter anderem in Schulungen bei Herstellern wie
- Epson
- Lightware
- Lindy
- Speechi
- WolfVision
weiter vertieft.
Was bedeutet das konkret für Schulen und Unternehmen?
Für Entscheider bedeutet diese Entwicklung vor allem eines:
Planung wird komplexer – aber auch entscheidender.
Wichtige Punkte sind:
- Investitionen müssen langfristig gedacht werden
- Insellösungen führen zu Problemen im Betrieb
- Bedienbarkeit entscheidet über den tatsächlichen Nutzen
- Schulung und Support werden wichtiger als reine Hardware
Die größte Herausforderung liegt dabei nicht in der Technik selbst, sondern in der sinnvollen Kombination aus Pädagogik, Raum und Systemintegration.
Unser Fazit
Die letzten Monate haben deutlich gezeigt:
Der Markt befindet sich in einer Phase des Umbruchs.
Wer heute in Medientechnik investiert, entscheidet nicht nur über Ausstattung, sondern über zukünftige Lehr- und Lernprozesse.
Genau hier sehen wir unsere Aufgabe:
👉 Entwicklungen einordnen, Lösungen bewerten und gemeinsam mit unseren Partnern tragfähige Konzepte entwickeln.